Oftmals wird der Hip Hop in Frankreich mit den Armenvierteln in Paris, den so genannten Banlieues in Verbindung gebracht. Hier leben unterschiedliche Kulturen, die unter Arbeitslosigkeit und Armut leiden. Um sich abzulenken, machen sie Musik, versuchen ihren Weg andersweitig zu beschreiten. Als Zeitvertreib sprühen sie Kunstwerke an Hausfassaden und andere Gegenstände. Das klingt dem normalen Hip Hop schon sehr ähnlich. Doch es gibt auch Unterschiede beim französischen Hip Hop im Vergleich zum allgemeinen Genre.
Bekannt wurde der Hip Hop mit französischem Einfluss vor allem durch den bewegenden Film „Hass“ (La Haine), der zu Beginn der 1990er-Jahre in die französischen Kinos kam und ein wenig später im europäischen Fernsehen für Aufregung sorgte. Die erste französische Hip Hop war sehr dem der USA angeglichen. Die meisten französischen Hip Hopper bezeichnen sich jedoch eher als Rapper. Vor allem in den 1980er-Jahren haben sich die ersten Gruppen dieser Art formiert. Es gab in dieser Zeit einen kurzen Hype, der doch schnell wieder verebbte. Erst in den 1990er-Jahren wurde diese Musik von den Jugendlichen in Frankreich wieder neu entdeckt, vor allem in den Pariser Vororten. Der Hip Hop zählt in Frankreich mit zu den stärksten Jugendbewegungen überhaupt. Viele der damaligen Vorreiter der Hip Hop Gruppen sind noch heute aktiv und machen Musik, und die Musik CDs sind mehr als beliebt und finden grundsätzlich reißenden Absatz.
Die Thematik dieser Liedtexte beschreibt das Leben der Künstler. Darin verankert sind die Themen Gewalt, Arbeitslosigkeit, Drogen und Rassismus. Die Menschen in den Banlieues, den Ghettos von Paris, spalten sich in Schwarze, Nordafrikaner (Maghrebiner) sowie Weiße und andere Kulturen. Diese Gruppen bieten sich täglich einen Kampf um die Existenz, und diesen leben sie und beschreiben ihn in ihrer Musik. Zu den wohl bekanntesten Künstlern der französischen Szene gehören MC Solaar, Suprême NTM, Assassin oder I AM. Einige dieser Künstler wurden von der französischen Regierung aufgrund von Beleidigungen zu Haftstrafen und sogar bis hin zum Berufsverbot verurteilt.
